Verfahren II
Zwei Bewegungen an einem Tisch. Zuerst schreiben Sie den Zustand ungefiltert auf: was drückt, was kreist, was nicht aufhört. Dann drehen Sie jeden dieser Sätze um: vom Wunsch, dass etwas endet, hin zu dem, was Sie stattdessen erreichen möchten.
Die Praxis · dreimal fünfzehn Minuten
Fünfzehn Minuten am Stück, von Hand. Keine Rücksicht auf Grammatik, keine Leser. Nur der ehrliche innere Zustand, was Sie beschäftigt und wo es herkommt.
Suchen Sie den einen Satz, der am meisten nach Vermeidung klingt, etwa „Ich will, dass … aufhört." Unterstreichen Sie ihn.
Übersetzen Sie ihn in ein Ziel der Annäherung, etwas, das Ihr Nervensystem ansteuern kann. Wiederholen Sie das an drei aufeinanderfolgenden Tagen.
Ein Beispiel
„Ich will, dass dieses ständige Grübeln endlich aufhört."
„Ich möchte abends einen Punkt setzen können und den Tag ruhen lassen."
Achtzig solcher Übersetzungen, sortiert nach Depression, Schlaf, Angst, Zwang, Grübeln und mehr, finden Sie in der offenen Bibliothek psychotherapieziele.de. Nutzen Sie sie als Vorlage für Ihre eigenen.
Der Befund
„Wer über belastende Erfahrungen schreibt, hat verlässlich bessere körperliche und seelische Werte als wer über Neutrales schreibt."
Seit Pennebaker & Beall 1986 wurde das expressive Schreiben hundertfach untersucht. Das Standardprotokoll: 15–20 Minuten an drei bis fünf Tagen. Teilnehmer zeigten weniger Arztbesuche, geringere Anspannung und bessere Stimmung, quer durch klinische und nicht-klinische Gruppen.
Baikie, K. & Wilhelm, K. (2005). Advances in Psychiatric Treatment, 11(5), 338–346. · Pennebaker & Beall (1986).
Heute anfangen
Nehmen Sie ein Blatt und einen Stift. Schreiben Sie fünfzehn Minuten, ohne abzusetzen. Am Ende: ein Satz umgedreht.